Technical Product Information

CORRPASSIV®

Korrosionsschutz mit dem weltweit ersten Organischen Metall:
ORMECON® (ein Poly-phenylenamin)

 

Eigenschaftsprofil

NEW

Method for predicting corrosion performance of coatings

(Artikel nur in englischer Fassung verfügbar)

ORMECON® ist der erste Vertreter einer neuen Werkstoffklasse: der Organischen Metalle. Als Kunststoff ist das Material ausschließlich aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel zusammengesetzt. Aufgrund seiner ungewöhnlichen chemischen Struktur verfügt es über frei bewegliche Elektronen wie in einem metallischen Leiterband. Dadurch erhält es seine elektrische Leitfähigkeit.

Darüber hinaus verhält sich ORMECON®als Edelmetall, dessen Potential sich nur gering von Silber unterscheidet.

ORMECON® ist außerdem ein sehr reaktionsfreudiges Material. Es kann in drei verschiedenen Zuständen vorliegen, von denen zwei luftstabil sind, aber nur einer metallisch ist. Außerdem sind sie unterschiedlich gefärbt: die normale, stabile undeinzige leitfähige Form ist grün. Eine oxidierte, aber stabile Form ist blau, und eine reduzierte, aber an Luft instabile Form ist farblos (Spektren und Strukturinformationen sind auf Anfrage erhältlich).

Da es bei Oxidation oder Reduktion seine Form nicht verändert, kann es als Katalysator wirken.

Organische Metalle sind grundsätzlich nicht löslich und nicht schmelzbar. Sie können aber durch Dispersion verarbeitet werden, wozu allerdings extrem leistungsfähige Verfahren erforderlich sind.

 

Korrosionsschutz - das neue Wirkprinzip

Sobald ein direkter leitfähiger Kontakt zwischen ORMECON® und dem zu schützenden Metall hergestellt ist, beginnt ein doppelter Schutzmechanismus zu wirken.

Aufgrund der Edelmetall-Eigenschaft veredelt ORMECON® die Oberfläche konventioneller Metalle wie Eisen, Stahl, Aluminium oder Zink. Auch bei Edelstahl- und sogar Kupfer- oberflächen setzt dieser Mechanismus ein. Dabei kommt es zu einer Verschiebung des Korrosionspotentials um bis zu 800 mV in edlere Richtung. Als Folge sind die Metalle um ein Vielfaches schwerer durch Korrosion angreifbar.

Parallel dazu findet an der Grenzschicht ORMECON® / Metall eine komplexe Reaktionsfolge statt, wobei eine definierte, homogene, dünne, aber kompakte Metalloxidschicht (Fe2O3bei Eisen bzw. Stahl) gebildet wird.

Diese Art Selbstschutz war bisher nur von Aluminium bekannt, das sich durch Bildung einer Al2O3-Schicht an der Oberfläche selbst gegen Korrosion schützt. Da sich diese Metalloxidschicht gegenüber korrosiven Medien weitestgehend passiv verhält und als chemische und physikalische Barriere nur schwer angreifbar ist, wird sie als Passivschicht bezeichnet.

ORMECON® wirkt in dieser Reaktion mit der Metalloberfläche als Katalysator, wird also nicht verbraucht und steht somit unein-geschränkt für den Aufbau oder die Reparatur der Passivschicht zur Verfügung.

Dieses Verhalten zahlt sich insbesondere dann aus, wenn eine Verletzung der Beschichtung auftritt. Liegt der Durchmesser einer Schadstelle unter 2 mm, so reicht die Wirkung der Veredelung und Passivierung in die Schadstelle hinein. Sie wird so wirkungsvoll gegen Korrosionsangriffe geschützt. Die Kombination beider Schutzprinzipien, Veredelung undPassivierung von Metalloberflächen, führt zu einer extremen Verlangsamung der Korrosionsgeschwindigkeit. Metalle werden so um den Faktor 5 bis 10 widerstandsfähiger gegen Korrosion, in Laborversuchen sogar bis zu 10 000 mal.

Beschichtungen mit ORMECON® stellen also - im Gegensatz zu den herkömmlichen rein defensiven Barrierebeschichtungen - einen aktiven Schutz dar.

 

Beschichtungsaufbau

Grundierung:

ORMECON® kann seine Wirkung nur direkt auf der Metalloberfläche entfalten. Aus diesem Grund ist es in allen CORRPASSIV® Primern enthalten (Ausnahme: CORRPASSIV® AUFBAU- PRIMER).

Für optimale Schutzwirkung müssen die Primer auf vollständig blanke Metalloberflächen aufgetragen werden. Für die verschiedensten Anwendungen stehen Primer in unterschiedlichen Bindemittelsystemen zur Verfügung. Dabei kann mit einigen Produkten schon mit einer Primertrockenschichtstärke von nur 20 µm hervorragender Korrosionsschutz gewährleistet werden.

Deckschichten:

Um den hohen Wirkungsgrad von ORMECON® dauerhaft zu gewährleisten, müssen die CORRPASSIV® Primer mit einer Deckbeschichtung versiegelt werden. Je nach Einsatzgebiet kann hier unter verschiedenen Primer / Decklackvarianten gewählt werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der CORRPASSIV®- Systemübersicht.  

Entscheidend für höchsten Korrosionsschutz von Beschichtungssystemen ist die Verträglichkeit der Lacke miteinander (Kompatibilität). In erster Linie ist auf eine optimale Haftung der verschiedenen Produkte untereinander zu achten. Die CORRPASSIV® Primer sind zwar universell einsetzbar, aber dennoch nicht beliebig mit jeder anderen Beschichtung kompatibel. Es ist daher wichtig, die Empfehlungen des Herstellers zu beachten oder die Verträglichkeit vor der großflächigen Anwendung selbst zu überprüfen.

Die von Ormecon Chemie empfohlenen Beschichtungssysteme bestehen aus Primer, ggf. Zwischenschichten und Deck-beschichtung.

 

Leistungsfähigkeit

Untersuchungen an führenden unabhängigen Instituten haben den CORRPASSIV® Primern eine überragende Schutzwirkung für unterschiedliche Korrosionsarten auf verschiedenen Metallen bescheinigt:

So hat ein Beschichtungssystem CORRPASSIV® Primer / Epoxidharz-Deck-beschichtung auf Stahl in einer Testreihe der DECHEMA in Frankfurt/Main hinsichtlich Spalt-, Loch- und Kontakt-korrosion alleUntersuchungskriterien erfüllt. Eine herkömmliche Beschichtung mit Epoxy-Zinkstaubgrundierung / Epoxidharz-Deck-beschichtung auf Stahl dagegen ist durchgefallen.

Ein anderes System CORRPASSIV® Primer/ Epoxidharz-Deckbeschichtung hat in einer Untersuchung des Forschungsinstituts für Pigmente und Lacke (FPL) in Stuttgart auf Aluminium hinsichtlich der Filiformkorrosion die bislang besten Ergebnisse in der Testgeschichte des Instituts gezeigt. Eine derzeit laufende Außenbewitterung behandelter Aluminium-Platten bestätigt diese Aussage.

Korrosionsschutz mit ORMECON® ist jedoch auch im Hinblick auf Wirtschafts- und Umweltaspekte leistungsfähig:

In der Bundesrepublik Deutschland gehen jährlich ca. 4% des Bruttosozialproduktes (zwischen 100 und 200 Milliarden D-Mark) durch Korrosionsschäden verloren. Durch seine hohe Wirksamkeit kann ORMECON® in entscheidendem Maße aktiv zu einer Verringerung dieser Verluste beitragen.

Grundierungen auf Basis des Organischen Metalls sind absolut schwermetallfrei. Bleiverbindungen, Chromatierungen oder Chromate können ebenso ersetzt werden, wie die in Zukunft als schwermetallhaltig einzustufenden zinkhaltigen Beschichtungen.

Durch die hohe Effizienz bei extrem geringen Schichtdicken kann einerseits sehr materialsparend gearbeitet und andererseits können Reparaturzyklen in entscheidendem Maße verlängert werden. Auf diese Weise wird aktiv der Verbrauch von Beschichtungen verringert.

Diese Aspekte haben die "Deutsche Bundesstiftung Umwelt" bewogen, die Weiterentwicklung von Beschichtungssystemen zum "Korrosionsschutz mit Organischen Metallen" zu fördern.

   

Verletzungen korrodieren nicht

Bild 1:


St-14 Bonder:

Links: 2 K-Epoxidharz-Grundierung
Rechts: CORRPASSIV® Primer

Beide Seiten sind mit einem identischen 2-K-Epoxidharz-Decklack beschichtet und mit einer definierten Verletzung von je 1 mm Durchmesser versehen.

Bild 2:


St-14 Bonder nach 24 Std. Dauertauch-test (DIN 53 901 Teil 4) in 3%iger NaCl-Lösung:

Links: starke Rostbildung in der Verletzung
Rechts: kein Korrosionsangriff des Metalls. Die passivierte und veredelte Oberfläche ist resistent - auch ohne intakte Beschichtung

 

Folgende zusätzliche Informationen sind erhältlich:

 

ORMECON® ist ein eingetragenes Warenzeichen von Zipperling Kessler & Co., Ahrensburg
CORRPASSIV® ist ein eingetragenes Warenzeichen von Zipperling Kessler & Co., Ahrensburg

 

Ormecon Chemie GmbH & Co. KG
ein Tochterunternehmen der Zipperling Kessler & Co. (GmbH & Co.)
Ferdinand-Harten-Str. 7, D-22949 Ammersbek, Telefon: +49-40-604 106-0, Fax: +49-40-604 106-51



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